Leaving Hope
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Ich studier seit 2006 Pädagogik auf Diplom (wie die meisten von euch wissen sollten :D )
Einige werden sich vielleicht fragen, wie man auf diesen Studiengang kommt, andere wundern sich, warum das denn nicht Sozialpädagogik heißt... Hier will ich einige Missverständnisse aus dem Weg räumen und euch für ein Fach begeistern das vielerorts verlacht wird.

Im Großen und Ganzen sollte man wissen, dass dieser Studiengang noch gar nicht so alt ist. Als er eingeführt wurde, waren viele Fachleute skeptisch. Wozu bräuchte man denn in aller Welt ausgebildete Pädagogen, wenn es doch Psychologen, Soziologen und vor allem Sozialpädagogen gibt?

Zu deren Erstaunen entwickelte sich der Studiengang relativ schnell und die Absolventenzahlen steigen immer noch. Die Arbeitslosenzahl ist sehr gering und obwohl eine rege Konkurrenz zwischen den beteiligten sozialen Berufsgruppen gibt arbeiten die meisten Diplompädagogen in ihrem Beruf.

Den Studiengang Sozialpädagogik gibt es meines Wissens nicht mehr. Dies war eine alte Form, die durch die Aufspaltung in den Fachhochschulstudiengang Soziale Arbeit und den Universitätsstudiengang Pädagogik abgelöst worden ist.

So viel zum außenrum...
Inhaltlich sind die Themen sehr interessant, wenn auch sehr theoriebezogen (was in der Uni nun mal so ist). Die Lehre gliedert sich in viele Unterkategorien wie zum Beispiel Schulpädagogik, Elementar- und Familienpädagogik, Sonderpädagogik, Sozialpädagogik, Andragogik, usw. Jedes der Teilgebiete hat seinen eigenen Lehrstuhl mit den entsprechenden Fachleuten.
Das Studium an sich gliedert sich in Grund- und Hauptstudium. Zeitlich gesehen sind das jeweils 4 Semster (also jeweils 2 Jahre).
Im Grundstudium erwirbt man Basiswissen, indem man sich in viele verschiedene Vorlesungen und Seminare setzt. Einige Kurse haben eine Prüfung am Ende, andere verlangen ein Referat mit dazugehöriger Hausarbeit von mindestens 15 Seiten, und nochmal andere prüfen das Wissen gar nicht ab.
Wer sich jetzt ein schönes Leben ausmalt, hat sich in dem Punkt geschnitten, als dass es natürlich Pflichtveranstaltungen mit Pflichtprüfungen gibt.
Wie zum Beispiel in den Nebenfächern. Die Diplompädagogen müssen sich in ihrer Ausbildung sowohl mit Psychologie als auch Soziologie auseinandersetzen. Das macht den Studiengang sehr umfassend. Vor allem in diesen Fächern werden Prüfungen verlangt. Man entscheidet sich am Anfang seines Studiums in welcher Reihenfolge man die Nebenfächer belegen will. Eines der beiden wird im Grundstudium, das andere im Hauptstudium durchgekaut. Hierzu sitzen die Pädagogen in den jeweiligen Vorlesungen der Diplompsychologen und Soziologen BA.
Nach den ersten 4 Semestern folgt eine Zwischenprüfung, die sich Vordiplom nennt. Dazu gehört eine vierstündige Klausur und eine mündliche Prüfung à 45 Minuten in der Pädagogik. Je nach dem, ob man Soziologie oder Psychologie belegt hat, werden entsprechende Prüfungen abgeleistet.
Natürlich ist man nur zugelassen, wenn man die nötigen Scheine im Grundstudium vorweisen kann. (Welche das genau sind würde jetzt zu weit gehen...)
Dann geht es ins Hauptstudium, was mit der Festsetzung eines Schwerpunktes beginnt. Man sitzt also nicht mehr in allen möglichen Vorlesungen, sondern auf der Basis seines jetzt hoffentlich vorhandenen Grundwissens entscheidet man sich für eines der Teilgebiete der Pädagogik.

Soooooo.. aba wies dann weitergeht, weiß ich noch gar net :D
Ich kann nur sagen, dass ich mit meiner Studienwahl bis jetzt sehr zufrieden bin. Die Themen sprechen mich an, auch wenn ich nicht verleugnen kann, dass 14 Jahre graue Theorie doch seine Spuren hinterlassen hat und ich darauf zustrebe endlich mit der Lernerei aufhören zu dürfen. Ich kann euch empfehlen eure Studienwahl gut zu überdenken. Es sind die nächsten Jahre eures Lebens, die ihr mit den entsprechenden Themen verbringen müsst. Macht nicht den Fehler euch für ein fach einzuschreiben, für das ihr euch im grunde gar nicht begeistern könnt.

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